Klinikbau in Rekordzeit: VALEARA setzt in Bochum neue Maßstäbe für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Bochum, 28. Mai 2026 – Mit dem Neubau der Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Bochum-Linden realisiert VALEARA eines der innovativsten Klinikbauprojekte Deutschlands. Initiiert und maßgeblich vorangetrieben wurde das Projekt von der VALEARA-Geschäftsleitung Dr. Christian Utler und Simone Hoffmann, die das Konzept einer modernen, partizipativen Kinder- und Jugendpsychiatrie konsequent weiterdenken.
Der Neubau verbindet ein innovatives Therapiekonzept mit moderner Holzhybridarchitektur, nachhaltigen Bauprinzipien und einem modularen Stecksystem, das eine außergewöhnlich kurze Bauzeit ermöglicht. Ziel ist es, Architektur, Therapie und Nachhaltigkeit konsequent zusammenzudenken.
Klinikbau neu gedacht: modular, nachhaltig und außergewöhnlich schnell
„Wir erleben hier einen echten Paradigmenwechsel im Klinikbau“, sagt Projektleiter Michael Högger. „Wir verzahnen Therapiekonzept, Innenarchitektur und Baukörper von Anfang an miteinander. Gleichzeitig achten wir konsequent auf Nachhaltigkeit“.
Dank der Vorfertigung der Raummodule ist eine Bauzeit von nur rund zwei Jahren möglich – eine im deutschen Klinikbau bislang außergewöhnlich kurze Realisierungszeit. Je nach ausführendem Unternehmen können bis zu 40 Raummodule gleichzeitig produziert werden. Das sorgt für hohe Geschwindigkeit, Effizienz und Kostenstabilität.
Holzhybridbauweise schafft warme und nachhaltige Atmosphäre
Das Schweizer Architekturbüro TEC ist für den Entwurf, die bauliche Umsetzung sowie die Gestaltung der Außenanlagen verantwortlich. Die Konstruktion erfolgt in Holzhybridbauweise: Während tragende Elemente wie Fundament und Treppenhäuser aus Beton bestehen, prägt Holz als dominierendes Material die Struktur und Atmosphäre des Gebäudes. Das Ergebnis ist eine nachhaltige Bauweise mit hoher Effizienz und einer warmen, natürlichen Innenwirkung - ein bewusster Gegenentwurf zu klassischen Krankenhausstrukturen.

Wenn Architektur Teil der Therapie wird
Die architektonische Gestaltung basiert auf dem Konzept des „Healing Environment“ und wurde maßgeblich vom international renommierten Innenarchitekten Stephen Williams entwickelt. Bereits mit Projekten wie der „Marzipanfabrik“ in Hamburg hat er neue Ansätze im Klinikbau geprägt.
Im Zentrum steht ein offenes, partizipatives Raumkonzept: Klassische Stationsstrukturen werden aufgelöst zugunsten großzügiger, flexibel nutzbarer Landschaften. „Innen und außen gehören immer zusammen. Architektur kann therapeutische Prozesse unterstützen, indem sie Begegnung, Transparenz und Teilhabe ermöglicht“, so Högger.
Zentrale Bereiche wie die Lobby werden bewusst als gemeinschaftliche Lebensräume gestaltet – Orte für Austausch, gemeinsames Essen und soziale Interaktion. Feste Therapieräume gibt es nicht mehr: Räume werden flexibel genutzt und orientieren sich an den Bedürfnissen der Patient:Innen.
Ein Ort für Therapie, Lernen und Leben
Das architektonische Konzept ist eng mit dem partizipativen Behandlungsansatz von Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort verknüpft. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche aktiv an ihren therapeutischen Prozessen teilhaben zu lassen und Klinikaufenthalte stärker an ihrem realen Lebensalltag auszurichten. Der ehemalige Ärztliche Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und heutige Professor an der Medical School Hamburg begleitet die konzeptionelle Entwicklung der kommenden VALEARA Fachklinik in Bochum Linden.
Komplettiert wird dieses Konzept durch die Integration der Ferdinand-Krüger-Schule in den Neubau. Die Schule unterrichtet Patient:Innen im Alter zwischen acht und 18 Jahren und aller Schulformen während ihres Klinikaufenthalts und ist damit fester Bestandteil des Gesamtkonzepts.
Nachhaltigkeit bis aufs Dach gedacht
Auch im Außenraum setzt das Projekt neue Maßstäbe: Auf dem Dach wird ein Konzept nach dem Prinzip der „Schwammstadt“ umgesetzt. Regenwasser wird gespeichert und gezielt genutzt, wodurch das Gebäude auf natürliche Weise gekühlt, das Mikroklima verbessert und die städtische Infrastruktur entlastet wird.
Mit dem Neubau entsteht damit nicht nur eine moderne medizinische Einrichtung, sondern ein ganzheitlich gedachtes Umfeld, das Nachhaltigkeit, Architektur und Therapie miteinander verbindet.

KJP Bochum: Ein Modell für den Klinikbau der Zukunft
Das Projekt wird als wegweisend für die Weiterentwicklung des Klinikbaus in Deutschland gesehen. Viele bestehende Einrichtungen stammen aus früheren Bauphasen wie aus der Kaiserzeit und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Therapie, Aufenthaltsqualität und Nachhaltigkeit.
Mit dem Neubau in Bochum Linden setzt VALEARA ein klares Zeichen für eine moderne, zukunftsfähige Versorgung von Kindern und Jugendlichen.
Kurzfakten zum Neubau:
- Investitionsvolumen: rund 32 Mio. Euro (davon 22,5 Mio. Euro Förderung durch das Land NRW)
- Gesamtfläche: ca. 15.100 m² (davon 8.500 m² Innenfläche)
- Kapazitäten:
- 63 stationäre Betten
- 29 Tagesklinikplätze
- 28 Plätze für Familien und junge Erwachsene
- Mehr als 230 Mitarbeitende
- Fertigstellung: geplant für Q1 2027
