Nicht über Kinder sprechen – sondern mit ihnen!

Kinderpsychiatrie neu gedacht: Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort begleitet innovatives Konzept bei VALEARA in Bochum

Renommierter Kinder- und Jugendpsychiater bringt seine langjährige Erfahrung in die konzeptionelle Entwicklung ein


Bochum, xx. April 2026 – Wie kann Kinder- und Jugendpsychiatrie so gestaltet werden, dass junge Patientinnen und Patienten nicht nur behandelt werden, sondern aktiv an ihrem eigenen Genesungsprozess beteiligt sind? Mit dieser Frage setzt sich das neue Klinikprojekt von VALEARA in Bochum Linden auseinander – gemeinsam mit einem der bekanntesten Kinder- und Jugendpsychiater im deutschsprachigen Raum: Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort.

Der ehemalige Ärztliche Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitäts-klinikum Hamburg-Eppendorf und heutige Professor an der Medical School Hamburg begleitet die konzeptionelle Entwicklung der kommenden VALEARA Fachklinik für Kinder- und Jugend-psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Bochum Linden.

Therapie neu gedacht: Partizipation als zentrales Prinzip

Im Mittelpunkt steht das Konzept der partizipativen Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche stärker in ihren eigenen Behandlungsprozess einzubeziehen und ihnen mehr Verantwortung zu übertragen.

„Wir behandeln Kinder und Jugendliche oft wie unmündige Menschen. Für juristische Fragen mag das zutreffen – therapeutisch ist es jedoch hinderlich“, sagt Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort. „Behandlungen werden effektiver, wenn Patientinnen und Patienten Verantwortung für ihren eigenen Prozess übernehmen können. Unsere Erfahrungen zeigen: Kinder, Jugendliche und ihre Familien sind zufriedener und reflektierter, wenn sie aktiv beteiligt werden.“
 

Grundlegender Perspektivwechsel in der Kinderpsychiatrie

Konkret bedeutet das: In keiner Situation in der künftigen KJP in Bochum wird über Kinder und Jugendliche gesprochen, ohne dass sie dabei sein können. Patientinnen und Patienten haben jederzeit die Möglichkeit, zuzuhören, wenn Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten über den Behandlungsverlauf oder therapeutische Einschätzungen sprechen. Die Idee für diesen Ansatz der „Teilhabe“ ist aus langjähriger Erfahrung gewachsen:

„In den vergangenen zehn Jahren wurde mir immer deutlicher, dass wir das ungeheure Potential von Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit ungenutzt lassen, wenn wir Kinder und Jugendliche nicht konsequent und transparent in ihre Behandlung einbeziehen“, so Schulte-Markwort.

Das Konzept stellt damit einen grundlegenden Perspektivwechsel dar: weg von einer rein behandlungsorientierten Struktur hin zu einem dialogischen, gemeinschaftlichen Therapieansatz. Diese Form von „Teilhabe“ beinhaltet außerdem einen herausfordernden Perspektivwechsel für die gesamte Belegschaft. Derzeit erarbeiten die Beschäftigten in Bochum in Workshops gemeinsam mit Prof. Schulte-Markwort die künftige strukturelle, inhaltliche und kulturelle Ausgestaltung. „Diese Art der Beziehung zwischen Therapeuten und Patienten ist keine Selbstverständlichkeit in der deutschsprachigen Krankenhauslandschaft“, resümiert VALEARA-CEO Dr. Christian Utler. Für VALEARA ist das unternehmensweit ein Pilotprojekt und soll an anderen Standorten ebenfalls ausgerollt werden. 

„Healing Environment“ – Architektur als Teil des therapeutischen Konzepts

Eine konsequente Umsetzung dieses Konzept hat neben inhaltlichen und strukturellen Veränderungen auch räumliche Konsequenzen. „Mit dem Neubau in Bochum verwirklichen wir unseren Anspruch, auch konzeptionell neue Wege zu gehen. Zum Beispiel lösen wir die klassischen Stationszimmer auf“, so Schulte-Markwort.

Grundsätzlich gibt es keine geschossenen Türen mehr im therapeutischen Setting. Stattdessen dominieren offene Raumstrukturen, flexible Nutzungskonzepte und gemeinschaftliche Bereiche. Sie schaffen die räumlichen Voraussetzungen für diese innovative Form der therapeutischen Zusammenarbeit. „Es ist ein enormer Glücksgriff, dass wir ein Haus von Grund auf - konzeptionell und architektonisch – neu konzipieren und umsetzen können. Das erlebt man sehr selten im Laufe eines Managerlebens“, betont Dr. Utler.

Ein Modell für die Zukunft der Versorgung

Mit dem Neubau in Bochum Linden verfolgt VALEARA das Ziel, neue Standards in der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung zu setzen. Das Projekt verbindet medizinische Qualität, therapeutische Innovation und moderne Architektur zu einem ganzheitlichen Konzept.

„Kinder- und Jugendpsychiatrie ist mehr als Behandlung – sie ist immer auch Beziehung und gesellschaftliche Aufgabe“, so Schulte-Markwort.

Die Fertigstellung der neuen Klinik ist für das erste Quartal 2027 geplant.

Über VALEARA – Menschsein in Balance 


VALEARA steht für eine neue Ära in der ambulanten Versorgung seelischer und neurologischer Gesundheit. VALEARA zeigt jeden Tag: Sinnhaftigkeit, Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit schließen sich nicht aus – sie bedingen einander. Das Zusammenspiel aus körperlichen, mentalen, emotionalen und spirituellen Ebenen in uns Menschen hält uns gesund und lässt uns nachhaltig und erfolgreich sein. Dieser Ansatz bildet die Grundlage aller unternehmerischen Entscheidungen. Als Arbeitgeber anerkennt VALEARA Gefühle als wesensbestimmenden Bestandteil des Menschen. Sie prägen die Unternehmenskultur und unser Führungsverständnis. Die Unternehmenshaltung beruht auf echtem Miteinander, hoher Eigenverantwortung und der Balance aus Empathie und Leistung – individuell und als Gemeinschaft. Wer bei VALEARA arbeitet, soll Sinn in seiner Arbeit erkennen. Der Auftrag von VALEARA für die Patientinnen und Patienten ist klar: VALEARA reduziert Stigmatisierung, schafft Orientierung und schließt Versorgungslücken genau dort, wo Menschen sie wirklich brauchen – zwischen Klinik und Zuhause, in Wartezeiten auf Psychotherapie und in der Begleitung zurück in einen geregelten Alltag. Aktuell hat VALEARA deutschlandweit 16 Standorte und rund 1.000 Beschäftigte.